Projekt «Küttigen2040» – Verdichtung der bisher gesammelten Anliegen
- Andrea Pfäffli
- 18. März
- 3 Min. Lesezeit
Wie soll sich Küttigen in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln? In Workshops und einem öffentlichen Forum haben Bürgerinnen und Bürger aus Küttigen ihre Anliegen formuliert und gewichtet. Von Treffpunkten über Klima und Mobilität bis hin zu Wohnen und Gesundheit zeigt sich ein vielfältiges Bild dessen, was Küttigen bewegt. Die Veröffentlichung einer Verdichtung der bisher gesammelten Anliegen schafft eine offene Grundlage für die weiteren politischen Schritte.

Rückmeldung der Teilnehmenden des Bevölkerungsforums vom 17. Januar 2026
Der Prozess im Überblick
Der Gemeinderat von Küttigen erarbeitet bis Sommer 2026 ein Entwicklungsleitbild für die kommenden 10 bis 15 Jahre. Dieses zeigt, welche Schwerpunkte in der gemeinsamen Gestaltung der Zukunft von Küttigen verfolgt werden sollen.
Im Herbst und Winter 2025 wurden in Workshops mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen zentrale Anliegen gesammelt. Rund 80 Küttigerinnen und Küttiger vertieften diese am 17. Januar 2026 in einem öffentlichen Forum.
Am 25. März 2026 werden Gewerbe, Parteien und Kommissionen die Ergebnisse weiterbearbeiten. Anschliessend berät und verabschiedet der Gemeinderat die finale Fassung des Entwicklungsleitbilds.
Partizipation als Leitprinzip
Der Miteinbezug der Bevölkerung war zentral im bisherigen Prozess und ein Auftrag des Gemeinderats. Die Bevölkerung hatte in mehreren Phasen die Möglichkeit, sich einzubringen, und wird regelmässig über den Stand der Arbeiten informiert.
Entsprechend ist nun eine Verdichtung der bisher gesammelten Anliegen veröffentlicht, bevor diese politisch weiterbearbeitet werden. So bleiben genannte Anliegen und deren Gewichtung nachvollziehbar – und «Küttigen 2040» ein gemeinschaftlich getragener Prozess.
Bisher gesammelte Anliegen im Überblick
Die Verdichtung der bisher gesammelten Anliegen finden sich im untenstehenden PDF. Für schnelle Leserinnen und Leser sind nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Gemeinschaft und Begegnung
Ein zentrales Anliegen der Workshop- und Forum-Teilnehmenden ist der soziale Zusammenhalt im Dorf. Besonders häufig genannt wurden niederschwellige Treffpunkte ohne Konsumzwang, sowohl drinnen als auch draussen – etwa Quartiertreffs, naturnahe Begegnungsorte, Grillplätze oder Repair-Cafés. Auch Angebote für Jugendliche, Familien und kulturelle Veranstaltungen spielen eine wichtige Rolle.
Nachhaltige Infrastruktur
Viele Workshop- und Forum-Teilnehmende wünschen sich, dass Klima- und Umweltfragen stärker in der Gemeindepolitik verankert werden. Besonders wichtig sind dabei mehr Bäume und Biodiversität, der Schutz bestehender Grünflächen sowie Massnahmen gegen Hitze, Lärm und Lichtverschmutzung. Weitere Themen sind erneuerbare Energien, nachhaltige Bauweisen und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.
Inklusiver und sicherer Einsatz von Digitalisierung
Im Bereich Digitalisierung steht der Wunsch nach einer zentralen und sicheren digitalen Plattform für Information und Austausch im Vordergrund, etwa in Form einer Gemeinde-App. Gleichzeitig betonen viele Teilnehmende, dass analoge Zugänge weiterhin wichtig bleiben sollen. Schulungen, insbesondere für ältere Menschen, sowie Sensibilisierung für Themen wie KI, Datenschutz und Cybersicherheit werden ebenfalls als relevant gesehen.

Bevölkerungsforums vom 17. Januar 2026
Sichere und verlangsamte Mobilität
Beim Thema Mobilität liegt der Fokus klar auf Fuss- und Veloverkehr sowie Verkehrssicherheit. Besonders gewünscht sind durchgehende, sichere Velo- und Fusswege, beispielsweise in Richtung Aarau und Bahnhof. Auch Tempo-Reduktionen, sichere Schulwege und eine bessere Abstimmung verschiedener Mobilitätsformen wurden häufig genannt.
Entwicklung mit Dorfcharakter
Unter den Workshop- und Forum-Teilnehmenden häufig gewünscht wurde eine Weiterentwicklung der Gemeinde, die Lebensqualität und Dorfidentität bewahrt. Dazu gehören ein lebendiges Dorfzentrum, gute Nahversorgung, bezahlbarer Wohnraum sowie attraktive Grün- und Aussenräume.
Gesundheit ganzheitlich fördern
Gesundheit wird von vielen Teilnehmenden breit verstanden – von Bewegung über soziale Kontakte bis zur Umweltqualität. Besonders gefragt sind frei zugängliche Bewegungs- und Sportangebote. Gleichzeitig werden Initiativen gegen Einsamkeit, gute Gesundheitsversorgung und präventive Massnahmen als wichtig erachtet.

Bevölkerungsforums vom 17. Januar 2026
Generationen zusammenbringen
Der demografische Wandel stellt neue Anforderungen an Wohnen und Zusammenleben. Genannt wurden altersgerechte Wohnformen, die Nutzung bestehender Gebäude sowie Begegnungsprojekte zwischen den Generationen. Auch mehr Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche und junge Erwachsene wurden angesprochen.
Stabilität und Handlungsfähigkeit der Gemeinde
Neben sozialer Sicherheit spielt auch die finanzielle Stabilität der Gemeinde eine wichtige Rolle. Weitere Themen sind Krisenvorsorge, Versorgungssicherheit sowie starke lokale Netzwerke und Nachbarschaftshilfe. Ziel ist eine resiliente Gemeinde, die auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet ist.
Generationenspezifische Schwerpunkte
Generationenspezifische Schwerpunkte waren im Verlauf des Prozesses klar erkennbar.
Eltern betonten Anliegen wie
Begegnungsorte (physisch) im Dorf, naturnah und generationsübergreifend
Digitale Vernetzung und Übersicht über Angebote
Bewegungs- und Sportangebote
Verkehrssicherheit für Kinder und Förderung des Langsamverkehrs
Familienfreundliche Strukturen und Betreuung
Generationenübergreifende Gemeinschaft
Junge Erwachsene betonten Anliegen wie
Motorisierte Mobilität (Tempo 50, befahrbare Hauptstrasse)
Eigenständigkeit statt Fusion
Mehr Konsum- und Freizeitangebote
Sport- und Leistungsorientierung
Sicherheitsinfrastruktur
Vertretende aus Alter und Gesundheit betonten Anliegen wie
Günstige Alters- und Generationenwohnungen
Soziale Vernetzung als Gesundheitsfaktor (gegen Einsamkeit)
Hitzeschutz und Klimaresilienz
Integrierte, wohnortnahe Gesundheitsversorgung
Sicherheit auf den Strassen
Schülerinnen und Schüler betonten Anliegen wie
Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche
Lerncafé für gemeinsames Lernen
Mehr Sitzgelegenheiten auf dem Pausenareal
Mehr Abfalleimer auf den Schulwegen
Die Badi beibehalten
Bisheriges Fazit aus Sicht der Projektleitung
Über alle Workshops sowie das Forum hinweg zeigen sich für die Projektleitung folgende genannten Prioritäten:
Biodiversität und Klimaanpassung
Treffpunkte und soziale Infrastruktur
Sichere Fuss- und Velowege
Altersgerechtes und durchmischtes Wohnen
Bewahrung des Dorfcharakters
Frei zugängliche Bewegungsangebote
Finanzielle Stabilität
Regionale Zusammenarbeit





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